Hier findet ihr eine Auswahl der Texte aus dem Programm
Weihnachtsprogramm "Es war Nacht..." :

 

Die Weihnachtsbotschaft für den Clown                

in einer großen stadt
saß in seiner kleinen wohnung                                                  
der pfarrer an der weihnachtspredigt    
vor einem leeren blatt
die gedanken die er hatte
dachte er nur mit dem kopf
jedoch gingen sie ihm nicht durchs herz                                       
sodas er sie verworf

da plötzlich ging das telefon der lokalrichter rief an
Und bestellte ein begräbnis für einen unbekannten mann

der mann war noch nicht lang
zuhause hier in dieser stadt
er lebte einsam und alleine
und war ganz ärmlich dran
doch in seiner wohnung hingen
fotos aus allen teil`n der welt
der mann war einstmals als ein Clown
im zirkus angestellt

und nun da er gealtert  lies er sich nieder in der stadt
doch hielt er es nicht aus weshalb er sich gerichtet hat

ziehn sie es nicht groß auf
es reicht gebet und segen
und dann den sarg ins grab hinab
sprach der richter und legte auf
der pfarrer dachte nach
über jenen toten mann
der sein lebtag lachen nur verschenkt
und dann alleine war

die ganze welt des zirkusclowns ging wie zu heiße wäsche ein
in diese laus`ge wohnung er mußte wirklich einsam sein

als dann am nächsten tag
der pfarrer auf den friedhof kam
sah er richter schon ud sargträger
gemeinsam gingen sie zum grab
das grab das war ganz hinten
wo die unbekannten liegen
so vieles ging ihm durch den Kopf
als sie übern acker stiegen

der pfarrer las am grabe dann die weihnachtsbotschaft vor
die geburt von jesus christus er zitterte dabei und fror

plötzlich waren sie nicht mehr allein
es gesellten sich zu ihnen
kaiser augustus und quirinius
der landpfleger aus syrien
maria und josef standen da
die krippe und das kind
und hirten kamen auch herbei
übers felde ganz geschwind

und allsbald war bei dem engel ein großer chorder sang
ehre sei gott in der höhe der pfarrer hörte wie es klang

der richter stand am grab
hände gefaltet zum gebet
starrte ganz gebannt den pfarrer an
und dann wieder auf den sarg
die männer nahm`n sich in den arm
und gingen in die stadt zurück
der pfarrer nahm ein neues blatt
und schrieb seine weihnachtspredigt ...

 

Der Kutscher

die alte stute hier vor meiner droschke läßt den kopf hängen und sie schläft
und der regen tropft von meinem hut der wind ist eisig der heut bläst
wie immer steh ich hier am bahnhof wie immer wart` ich auf  `nen zug
wo der nur wieder bleibt ich weiß nicht so langsam habe ich genug

der einzig trock`ne fleck auf dieser erde ist meine kehle ganz gewiß
in der tasche zähle ich das kleingeld nein heute abend trink ich nichts
und morgen trink ich einen mehrnicht heute in der heil`gen nacht
die stadt versinkt in grauem nebel nein heute nicht mit aller macht

meine blicke schweifen hin zum bahnhof mensch wo der zug nur wieder bleibt
weihnachten hin heil`ge nacht her zum wärmen gehe ich jetzt rein
und schon steh ich an der theke na wieviel werde ich gefragt
fast beschämt blick ich nach unten ach gib den schnaps mir heut vierfach

nun schweift mein blick verloren in die ecke zu dem mickrigen weihnachtsbaum
 dem jesus - kind trink ich jetzt zu das ist bei uns so tradition
aber das ist kein normales kind ach was solls was macht das schon

nach zwei stunden und unzähl`gen schnäpsen wank ich zu meiner droschke hin
setz mich auf den bock und merke später das ich eingeschlafen bin
während ich schlief kam doch ein zug - transport mit juden ins kz
ich hörte wie zwei männer reden das eine frau entbunden hätt

ein offizier sagt nun zum schaffner er soll sie in den schuppen sperrn
zu streng währen die kontrollen der rot - kreuz - trupps hier nicht fern
der zug fährt langsam aus dem bahnhof und der schaffner kommt zu mir
er sagt du bist ja wieder stockbetrunken und der pfarrer war grad hier

er will nicht das du so zur messe kommst mensch heut ist doch weihnachten
ist mir egal sage ich forsch da wollt` ich sowieso nicht hin
der schaffner sagt fahr doch die jüdin weg bevor die nazis wiederkomm`n
in sicherheit irgendwo hin sie hat doch heut `nen sohn gebor`n

ist plötzlich nach zweitausend jahren heute jesus nochmal zurück gekehrt
mitten hier in diesen kriege hat er sich nicht vielleicht geirrt

ich lad die beiden in die droscke und schlag die fensterläden zu
ich denk mir ich bring sie zum pfarrer doch es läßt mir keine ruh
er wollte mich doch heut nicht sehen und außerdem ist`s viel zu nah
an der grenze liegt der hof meines bruders den ich lange schon nicht sah

nun fahr ich durch die engen gassen ich fahr hinaus auf`s freie land
fünf stunden später in der ferne seh ich den hof zur rechten hand
die beiden hinten in der droschke schlafen und ich fahr ganz leis
mein bruder grüßt von weitem mich und sagt hier sind sie in sicherheit 

 

 
 

Der blinde Hirte

seinen namen weiß heut keiner mehr das ist auch ganz egal
er war hirte einst in betlehem und blind schon viele jahr`

darum konnte er nicht mehr allein die schafe hüten auf dem feld
doch hirte war er trotzdem noch er brauchte ja das geld

er war der einz`ge weit und breit bei dem die schafe ganz still lagen 
wenn er schor und sich nicht regten als ob sie gern ihm wolle gaben

doch weil er blind war sah er nicht eines nachts den hellen schein
die andern ließen ihn zurück sei liefen in die stadt hinein

er setzte sich auf einen fels stützte den kopf in seine hand
die schafe schliefen rings umher im kopf klang noch der gesang

euch ist der heiland heut gebor`n sprach der fremde doch vorhin
warum ließen sie ihn hier allein als sie fortgegangen sind

da plötzlich kam sein hund bellte und zog an seinem rock
der hirte fasste ihn am halsband und tastete nach seinem stock

übers felde führte ihn der hund so wie er es oft schon tat
doch nun ging es auf der straße immer weiter richtung stadt

bis zu dem kleinen gässchen das hinauf zum schafstall führt
und in dem stalle war es warm der hirt war wohlig nun berührt

nun zerrte ihn der hund nach vorn zwischen all den andern
die wahrscheinlich knieten denn er streifte köpfe mit den armen

der hund legte sich nun auch und blieb still und regungslos
sag mir heiland bist du hier er streckte seine hände aus

nun kniete sch der blinde hin und tastete den krippenrand
ein leinentuch und es war als sprach das kindlein leise ja

dann streckte es die kleine hand aus so weit es konnte und
es schien als segnete es den blinden und den hirtenhund

 

 


 

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